Rezensionen: Chris Geisler Trio featuring Johannes Enders »Katharsis«

monstersandcritics

Katharsis bedeutet aus dem Griechischen übersetzt "Reinigung". Man kann es aber auch anders ausdrücken, nämlich innere Konflikte und Aggressionen ausleben um starke Emotionen zu reduzieren. Mit Musik der akuellen CD "Katharsis" des Chris Geisler Trio entschleunigt der Hörer auf ganzer Strecke. Auch wenn hier und da mal mit flotten Fingern über die Tasten gewirbelt wird, so versprühen die Kompositionen Lockerung und ein reines Hörvergnügen. Ausleben und Räume schaffen. Zurücklehnen und genießen!

Chris Geisler ist schon lange in der Szene, besonders in der um Stuttgart, kein Unbekannter mehr. Der Musikpädagoge, Arrangeur, Komponist, Pianist und Bandleader ist unentwegt in Sachen Musik zu greifen und engagiert unterwegs. Viele Stationen hat er bereits erfolgreich durchlaufen. Sein wichtigstes Projekt zur Zeit sicherlich das Chris Geisler Trio. Sein Debüt mit dieser Besetzung liefert er nun mit "Katharsis" ab. Entschleunigende Musik die vom Alltag ablenkt. Angenehme, treibende und entspannende Jazzklänge von hoher Qualität und Intension. Poesievolles und lyrisches Pianospiel trifft auf spannungsvolle Rhythmussection.

Unterstützung findet das Trio in Johannes Enders - seines Zeichens deutscher Jazz - Saxophonist. Bekannt wurde er durch die Formation Enders Room - u.a. mit Rebekka Bakken, Joo Kraus und Wolfgang Haffner, dem Tied & Trickled Trio, sowie der Band Triotope. 2003 erhielt Enders den SWR Jazzpreis und 2007 den Neuen Deutschen Jazzpreis der IG Jazz Mannheim. Nun hört man Johannes Enders an der Seite des Chris Geisler Trio und ist überrascht, wie harmonisch die Formation kreiselt. Man hätte, auch wenn sich Enders durchaus hier und da etwas weiter nach vorne aus dem Fenster lehnt als der Rest der Band, mit mehr Profilneurosen des Saxophonisten gerechnet. Doch dem ist eher nicht so. Wenn Enders Saxophon singt, sei es ihm und uns gegönnt. Wenn es allerdings mal nicht singt, blitzen gleißend die Qualitäten der mitstreitenden Musiker.

Allen voran der Namensgeber des Trio Chris Geisler. Sein warmes und poetisches Klavierspiel verführt zu Träumereien. Tadellos vollendet und meisterlich über weiße und schwarze Tasten gleiten die Finger des Allrounders. Er beweist ein geistreiches und pfiffiges Gespür für musikalische Ideen, die sich in seinen Kompositionen widerspiegeln. "....die Freiheit nehm ich mir....-", so könnte eine Aussage des Pianisten lauten.

Spannungsbögen erschaffen und kreative Reibungen mit der Band ausleben, die sich wie folgt zusammensetzt: Chris Geisler (Piano, Keys), Kurt Holzkämper (Bass), Bernd Settelmeyer(Drums, Percussion) und Johannes Enders (Sax). Andreas Francke (Alto-Sax), Heiko Giering (Bariton - Sax), Bernd Hufnagel & Ralf Reichert (Trumpet), sowie Eberhard Budziat (Trombone) bilden die Hornsection, die auf zwei Stücken zum Einsatz kommt. Alles eingespielte Musiker, die traumwandlerisch miteinander agieren.

"Katharsis" des Chris Geisler Trio - eine Befreiung von inneren Spannungen. Filigrane, leise Töne werden von spannungsgeladenen Soundeskapaden abgelöst. Spannung - Entspannung. Reizvolle Musik für die Gehörgänge.

Rainer Molz

track 4 - where music lives :

Das Chris Geisler Trio präsentiert eine neue CD mit dem Titel Katharsis.

Katharsis bedeutet nach Aristoteles die Reinigung oder Läuterung der Seele mittels der griechischen Tragödie, dazu angetan durch den Jammer oder die Trauer in dem Zuschauer Furcht und Mitleid zu erregen. In der Psychotherapie ist Katharsis mit der oben genannten Zielsetzung ebenfalls ein fester Begriff. Schon Sebastian Bach benennt zwei Ziele der Musik: Das Lob Gottes und die Rekreation des Gemütes: letztere bedeutet ja nichts anderes als Psychotherapie.

In diesem Sinne wird die CD dem hochgesteckten Ziel des Titels am ehesten gerecht, wenn der vorzügliche Pianist Chris Geisler sein hochpoetisches Klavierspiel erklingen lässt (Titel Nr. 13). Dann reicht die Punkteliste der Bewertungsskala nicht mehr aus. Und wenn dazu noch Kurt Holzkämper den E-Bass mit dem Akustikbass vertauscht und Drummer Bernd Settelmeyer dezent sein Schlagzeug betätigt, kann man getrost seine Seele baumeln lassen.

Der bravouröse Saxofonist Johannes Enders lässt schnelle Finger und schöne Töne hören, am schönsten dann, wenn er auf seinem Saxofon zu singen beginnt und nicht zu sehr und das ist auch (fast) der einzige Kritikpunkt dieser Einspielung - im Vordergrund steht. Das internationsmäßig angekränkelte "e" gerade in dem Titelsong (Nr. 5) Katharsis hätte ich nicht so stehen lassen!

Eine Vision habe ich: Vielleicht entschließt Chris Geisler ja einmal, mit seinem famosen Trio die Variation Nr. 25 der Goldberg - Variationen von Johann Sebastian Bach zu bearbeiten, dann wäre die oben bschrieben Rekreation des Gemütes perfekt, denn seine Fähigkeiten als Pianist, Komponist und Arrangeur geben das her.

Friedrich W. Tebbe

Jazzthing:

Leider hat er sich in letzter Zeit ein bisschen rar gemacht, aber hier ist er mal wieder zu hören: Der Saxofonist Johannes Enders hat wirklich einen ganz eigenen Ton und stockt das Trio des Stuttgarter Pianisten Chris Geisler auf "Katharsis" ab und an zum Quartett auf. Mit seinen eigenwilligen Ideen und seinen kantigen Soli trägt Enders ganz entscheidend zum Hörvergnügen bei und stiehlt dem wacheren Trio fast ein bisschen die Schau. Dass die aber auch ohne Stargast bestehen können, beweisen sie in den Titeln, in denen Enders nicht dabei ist. Besonders die Ballade "What You Give" überzeugt durch melodische Tiefe und reife Interaktion. Überhaupt ist Geisler nicht nur ein sensibler Pianist, sondern auch ein höchst variabler Komponist, denn bis auf das "Sturmlied", das aus der Feder des Bassisten Kurt Holzkämper stammt, hat er alle Stücke des Albums selbst geschrieben. Und da ist von introspektiven Solo- Meditationen bis zur fröhlichen New-Orleans- Power des "Blues" alles dabei.

rt

Jazzpodium:

Solide und handwerklich hochwertig. Der Stuttgarter Pianist und Keyboarder Chris Geisler sorgt auf seiner neuen CD für Keine - Experimente - Jazz, der es lohnt, ihn nicht zu überhören. Der Entwurf ist zwar kein neuer und lässt auch nicht gerade den Hang zur Herausforderung bei dem 45 - jährigen hörbar werden, aber Geisler und seinen Mitstreitern Kurt Holzkämper, Bass, Bernd Settelmeyer, Drums, und dem deutschen Saxophonaushängeschild Johannes Enders, der wieder einmal melodische Kraft beweist, trotz kräftigem Ton nicht das Rauhbein heraushängt und mit seiner Klasse für Kurzweil sorgt.

Michal Stürm

Kari - On- Productions:

After spending time listening to each of the samples of the CD Katharsis we recognize the potential to obtain quantifiable radio airplay and press coverage.

Katharsis contains great unique compositions: I really enyoyed the various techniques you explore with your music and on the piano. In "Niceland", I really enjoyed the playing; excellent six feel, very nice phrasing of the melody, interesting arrangements, interesting voicings on the piano, and the music is beautiful. The samples contain fantastic playing by everyone through various styles; there are certainly some big ears at work here.

Jeff Williams

ChrisGeisler/Bernd Hufnagel/Horst Götz

Chris Geisler Trio Live

Waldenbuch: Jazz-Matinee mit Eigenkompositionen im Café

Elegant und ausgeschlafen

Sanft klimperndes Piano, schnurrende Bassläufe, Trompetenklänge mit verhaltenem Feuer: bereits zum zweiten Mal konnte man im Waldenbucher Café am Markt den Sonntag mit einer Jazzmatinee beginnen.

»Spheres« nannten Bernd Hufnagel, Chris Geisler und Horst Götz ihr knapp zweistündiges Programm. Darunter sind nicht nur bekannte Jazzstandards, sondern auch Eigenkompositionen: »Long distance call«, mit dem Pianist Chris Geisler beim »Jazz-theme«-Wettbewerb 1995 ins Finale kam, und der schnelle »Waltz 93«, geschrieben von Bassist Horst Götz.

Mit dieser Auswahl gestalteten die Musiker einen entspannten Vormittag im Café am Markt, immer virtuos, jedoch nie allzu zupackend für die frühe Stunde: elegant und ausgeschlafen, mit viel Raum für knappe, entspannte Soli. Das Programm würdigte dies mit fleißigem Applaus.

Thomas Morawitzky

Text als Worddatei: Elegant und ausgeschlafen

Vesna Skorija Band

...Skorija überzeugte mit einer sehr sensiblen und ausdrucksvollen Jazzstimme, mal aggressiv hart in dem von dem Pianisten Chris Geisler arrangierten Horace Silver Titel »Jodys Grind«, mal weich in der Ballade »My one and only love«...

Text als Worddatei: Vesna Skorija Band

Maritim Hotel Stuttgart/Baiao

Baiao Live

...wir möchten es nicht versäumen, Ihnen heute für den tollen Auftritt Ihrer Band anlässlich 10 Jahre Maritim Hotel Stuttgart zu danken.Es war für uns ein sehr gelungener Tag, zu dem Sie musikalisch beigetragen haben. Unseren Gästen hat Ihre Musik sehr gut gefallen. Die Auswahl der Titel war sehr gut getroffen und auch die Lautstärke war dem Rahmen angepasst.

Jürgen Kögler (Direktor)

Text als Worddatei: Baiao

LebendigerJazz/Solo

Der Stuttgarter Jazzpianist Chris Geisler gab ein Solokonzert im voll besetzten Vortragssaal. Chris Geisler wählte für seinen Vortrag Stücke verschiedenster Stilrichtungen...das Publikum war hochkonzentriert bei der Sache und spätestens bei den bluesigen Rhythmen waren wippende Fussspitzen zu beobachten.

Chris Geisler wählte ausser einiger Eigenkompopsitionen vor allem sogenannte Standards, eingängige Melodien meistens aus bekannten Musicals wie »Porgy and Bess« von George Gershwin. Diese verwandelte er mit den jazztypischen Arrangements und Improvisationen und trug sie virtuos und temporeich vor.

Barbara Gassner, Davoser Zeitung

Text als Worddatei: Solo

Chris Geisler Trio – Auf das Krasse folgte das Liebliche

Eine überaus gelungene Premiere: Jazz in Baillys Scheune

UNTERENSINGEN

"Das machen wir nächstes Jahr wieder!" - Die Begeisterung des Hausherren war nicht zu überhören, als am Freitagabend der Schlussapplaus in seiner Unternsinger Scheune verklungen war. Zwei Stunden lang hatte das Chris Geisler Trio die rund 90 Gäste des in der Neckargemeinde lebenden Künstlers Max Bailly auf das Allerbeste mit heißen Rhythmen unterhalten.

Wenn er auch bisher nur klassische Konzerte veranstalten wollte und eigentlich nur für dieses eine Mal als große Ausnahme eine Jazzband hatte spielen lassen, so scheine doch, wie Bailly nicht umhin kann einzugestehen, für die Kunstscheune und ihn "eine neue Zeit angebrochen" zu sein. Nur die Rüclsicht auf die Nachbarn, zu denen seit 2 Jahren auch Christoph Geisler, Chef und Pianist des gefeierten Trios, selbst gehört, setzte dem synkopistischen Treiben ein wenig willkommenes Ende.

Begonnen hatte es mit einem Ausflug in lateinamerikanische Gefilde mit drei Stücken des brasilianischen Komponisten Antonio Carlos Jobim, dessen "Desafinado" schon gut eingeheizt hatte, danach aber von einer verblüffend eigenständigen Version seines Welthits "Girl from Ipanema" noch übertroffen wurde.

Ohne allzu laut zu werden, machte sich im Publikum eine locker - leichte Stimmung breit, der angenehmen Spätsommeratmosphäre würdig und angemessen. Dafür erwiesen sich neben dem Bandleader der Schlagzeuger Bernd Settelmeyer und vor allem der Bassist Kurt Holzkämper als verlässliche Garanten. Mit recht eigenwillig vorgetragenen Soli und Breaks ließen sie keinen Zweifel daran, dass es sich bei Jazz auch der modernen Variante duchaus nicht ausschließlich um Intellektuellenfutter handelt, sondern dass dieser Musik ein erklecklicher Unterhaltungswert innewohnt.

Chris Geislers sparsame, aber desto witzigere Moderation tat ein Übriges, um ein unsichtbares Band zwischen den Akteuren und ihrem Publikum zu flechten. "Sie haben es bemerkt, auf das Krasse folgt immer etwas Liebliches", sagte er und entwickelte so eine Art "Running Gag", der regelmäßig mit heiterem Applaus quittiert wurde.

Zwischen Eigenkompositionen, die oft ihren Ursprung aus einer an Rock und Soul orientierten Richtung nicht verleugnen konnten, tauchten immer wieder eigentümlich arrangierte Standards, wie Duke Ellingtons "Things ain`t what they used to be" auf und leiteten bisweilen, wie auch zum Schluss, als Chris Geisler eine Musical - Nummer ("Ich weiß auch nicht aus welchem") anstimmte, zu Stücken über, die ursprünglich dem Unterhaltungsbereich zuzuordnen waren, von den drei Musikern aber so knackig verpackt wurden, dass diese Herkunft nicht mehr zu bemerken war.

Ein lange anhaltender Schlussapplaus machte deutlich, dass die Musiker trotz der vorgerückten Stunde nicht um eine Zugabe herumkommen würden. Sollte im Wiederholungsfall das Qualitätsniveau in der Unterensinger Scheune auch nur gehalten werden, dürften die Plätze beim nächsten Mal wieder zur begehrten Mangelware werden.

Heinz Böhler - NTZ

Ein swingender Abend

Chris Geisler Trio trifft Isabel Meisel im Köngener Schloß

Dass es im Ländle hervorragende Jazzmusiker gibt, ist eine Binsenweisheit. Dass aber sozusagen um die Ecke, nämlich in Unterensingen, ein derartig hochkarätiger Pianist lebt, das konnten die Konzertbesucher im Jazzclub Köngen am vergangenen Freitag erfahren. Chris Geisler und sein Trio, verstärkt durch die hochbegabte Sängerin Isabel Meisel, zogen die Jazzfreunde in ihren Bann.

KÖNGEN (rm)

Wie immer in Köngen wurden die Gäste von der Hausband des Clubs vorgewärmt, dieses Mal allerdings ohne ihren Saxophonisten Gerhard Götz, sodass erstmals in der Geschichte des Jazzclubs den ganzen Abend über kein Bläser zu hören war.Aber auch ohne Bläser kamen die Musiker beim Publikum bestens an.

Chris Geisler zeigte mit seinem technisch ausgereiften Spiel, dass er zu den ganz großen Pianisten zählt. In ausgedehnten Improvisationen verstand er es, mit perlenden Läufen und dynamischen Spiel Spanunngen auf- und abzubauen. Unterstüzt wurde er von zwei großartigen Rhythmikern: Christoph Sauer am Kontrabass sorgte mit seiner federnden Spielweise für das swingende harmonische Fundament und zeigte bei seinen Soli, dass ein Bass nicht nur einzelne Töne, sondern ganze Akkorde spielen kann.´

Dieter Schumacher am Schlgzeug - kein Unbekannter in Köngen - lieferte unaufdringlich das rhythmische Rückgrat. Er setzte seine Akzente im richtigen Moment und zelebrierte einige fulminate Soli.

Ein besonderer Ohren-, aber auch Augenschmaus war die junge Sängerin Isabel Meisel. Mit ihrer warmen und vollen Stimme begeisterte sie vom ersten Stück "I wish you love" an die Jazzfans. Ihr dynamischer Gesang und ihre flotten Scat - Chorusse wurden in genau passender Weise durch die richtige Körpersprache unterstützt. Von Chris Geisler und seinen Mannen wurde sie versiert begleitet und konnte sich voll entfalten. Isabel Meisel führte gekonnt durch das Programm und gewann die Zuneigung des Prblikums nicht zuletzt durch ihre frische und unverkrampfte Natürlichkeit.

Das Repertoire der Gruppe umfasste im Wesentlichen das klassische American Songbook mit bekannten Stücken von Jimmy van Heusens und Johnny Mercers "I thought about you" bis zu Cole Porters "It`s alright with me".

Aber auch weniger bekannte, doch nicht minder reizvolle Titel wie die gefŸhlvoll interpretierte Ballade "Detour ahead" erfreuten die Hšrer.

Chris Geisler, der bereits viele Stücke geschrieben hat, wurde mit großem Applaus belohnt für eine Eigenkomposition, die er soistisch vorstellte. Die Band zeigte eine Vorliebe für Bossa Novas. Bei Jobims "Chega de Saudade" oder Hoagy Carmichaels "Skylark" konnten die Musiker ihr ganzes Temperament entfalten. So war es auch kein Wunder, dass sich die erklatschte Zugabe als der rasant dargebotene Bossa "Wave" entpuppte.

Ambitioniert improvisiert

Chris Geisler Trio feat. Harald Schneider in Baillys Scheune

Unterensingen(wk)

Auch in diesem Jahr konnte der Klaviervituose Chris Geisler, unterstützt von seinen langjährigen Kollegen Kurt Holzkämper (Bass) und Bernd Settelmeyer (Schlagzeug), an die Erfolge der letzten Jahre anschließen. Dieses Mal traf das Trio auf den versierten Saxophonisten Harald Schneider. In der voll besetzten Scheune des Künstlers Max G. Bailly folgte kürzlich ein hoch konzentriertes Publikum den ambitionierten Improvisationen der vier Musiker. Im Konzept der Band verbarg sich eine bsondere Herausforderung: da sich hinter diesem Quartett zwei Trios verbergen: das Chris Geisler Trio sowie das langjährige Trio Phon B. Diese musikalischen Erfahrungen konnten die Musiker in traumwandlerisch sichere Interaktionen umsetzen.

Das Reperoire umfasste zum größten Teil Kompositionen des Bandleaders Chris Geisler. Darüber hinaus waren ausgewählte Standards wie das komplizierte "Chega de Saudade", das bluesige "Nostalgia in Timesquare" sowie die Ballade "Infant Eyes" von Wayne Shorter" in ausgefeilten Arrangements zu hören.

Das Konzert begann mit dem entspannt swingenden Walzer "Niceland" von Chris Geisler. Im Verlaufe des Abends wurde die kompositorische Bandbreite des Pianisten deutlich: Vom Walzer über das verschachtelte "Long distance call", die impressionistisch angehauchte Ballade "What u give", den funkigen "Blues" bis hin zum furiosen Uptime Swing "Skuffle" bot das Konzert ein abwechselungsreiches Programm. Mühelos folgte Harald Schneider den auskomponieten Linien des Duostückes "The Road to you", das im Zwischenteil ein farbenreiches Klaviersolo mit perlenden Läufen bot.

Die Qualitäten des Trios Phon B wurden in der Komposition "Big Tango" deutlich: Harald Schneider interpretierte das Thema in lockerer und melodisch sicherer Weise, währen Bassist Kurt Holzkämper kontrapunktische Melodien beisteuerte. In der Komposition "Sturmlied" von Kurt Hozkämper agierte das Chris Geisler Trio in gewohnt abgestimmter Weise, wobei der Schlagzeuger Bernd Settelmeyer mit Ausflügen in "drum and bass" - Gefilde glänzte.

Chris Geisler moderierte den Abend in bekannt witziger Weise, sodass sich mühelos eine lockere und dennoch konzentrierte Atmosphäre sowohl beim Publikum als auch bei den Musikern entwickeln konnte. Quittiert wurde dies mit anhaltendem Applaus. Am Ende war der Hausherr Max Bailly sichtlich begeistert und kündigte eine Fortsetzung der Reihe "Jazz in der Scheune" mit Chris Geisler für das Jahr 2010 an.